Fußballbücher
Im Fußballbücher-Magazin geht es um genau das: Lesestoff rund um den Profifußball. Hier werden v.a. Biographien, "Enthüllungen", Erinnerungen und sonstige Bücher besprochen, die die Protagonisten des Geschäfts in ihrem Alltag zeigen. Neben Werken (ehemaliger) Spieler und Trainer widmen wir uns auch Büchern von Journalisten, Fernsehreportern und anderen Insidern.
Mittwoch, 18. Februar 2026
Rangnick: Wiener Blick auf den Professor aus Backnang
Freitag, 6. Februar 2026
Holperfahrt ins Morgen: Der Fußball in den Wendejahren
Oder eben, und das führt uns zu Jan Mohnhaupts Buch "Der geteilte Rasen" (Verlag Die Werkstatt), auch die hochspannenden Jahre unmittelbar vor und nach der Wende 1989. Die Idee, das Geschehen in Bundes- und Oberliga sowie bei den beiden deutschen Nationalmannschaften im Zeitraum 1989 bis 1992 anhand ausgewählter Spiele und begleitender Ereignisse zu beleuchten, ist so genial, dass man sich fragt, wieso erst rund 35 Jahre später einer auf die Idee kommt. Zwar erreicht das Buch nicht die atmosphärische Dichte von etwa "Marseille 1940", aber das mag daran liegen, dass Fußballer weitaus seltener als Schriftsteller (veröffentlichte) Tagebücher schreiben und ihr Alltag jenseits der Spiele jedenfalls damals auch weniger eng medial begleitet wurde. Soll heißen: Die Quellenlage ist eine andere. Aber gleichwohl gibt es genügend Rohmaterial für eine hochspannende Reise vom Frühjahr 1989 - nichts deutete auf ein baldiges Ende der DDR hin, Dynamo Dresden traf im Halbfinale des Uefa-Cups auf den VfB Stuttgart - über die Zeit des Umbruchs, etwa das legendäre 0:3 der DDR-Nationalelf in Österreich wenige Tage nach dem Mauerfall, bis hin zur Wiedervereinigung und der letzten Saison der DDR-Oberliga 1991/92. Es ist eine mitunter komische, mal traurige, in jedem Fall irrsinnige Holperfahrt aus dem Gestern der DDR ins Morgen des wiedervereinigten Deutschlands. Wir sind dabei, wenn sich eine Magdeburger Kellnerin im April 1989 über die Spieler der türkischen Nationalmannschaft, die am nächsten Tag auf die DDR-Elf treffen wird, lustig macht - ohne zu ahnen, dass einige von ihnen hervorragend Deutsch sprechen. Wir sind dabei, wenn Axel Kruse bei einem Intertoto-Spiel von Hansa Rostock in Kopenhagen im Sommer 1989 während eines Stadtbummels blitzschnell in ein Taxi springt und kurz darauf die Fähre gen Bundesrepublik besteigt. Und wir sind auch dabei, wenn nur ein Dreivierteljahr später DFV-Präsident Hans-Georg Moldenhauer auf Malta mit dem aalglatten DFB-Strippenzieher Hermann Neuberger über die Zukunft des DDR-Fußballs verhandelt. Das ist großes Lesevergnügen. Allerdings fällt die Lektüre über weite Strecken auch schmerzhaft und ernüchternd aus - denn Mohnhaupt erspart uns nicht die dunklen Momente jener Jahre, die unfassbare allgegenwärtige Gewalt in den Stadien, den Hooligan-Tourismus, den nun sichtbarer werdenden und erstarkenden Rechtsradikalismus, die Ausländerfeindlichkeit, den ganzen Dreck und Unrat, der durch die Wende 1989 eben auch nach oben gespült wurde. Ich hätte diese Aspekte vermutlich völlig ignoriert und mich allein auf die hochspannenden Transformationsprozesse rund um Klubs und Trainer und Spieler konzentriert, aber, zugegeben, das hätte selbst für meine Verhältnisse ein wenig viel Romantik und Verklärung bedeutet.
Nicht so ganz verstanden habe ich, wieso Mohnhaupt - jedenfalls für meinen Geschmack - allzu sperrig in die Thematik ein- und aussteigt. Das Buch beginnt mit einer persönlichen Erinnerung des aus dem Ruhrgebiet stammenden Autors an seine Zeit als Torwart bei einem brandenburgischen Amateurverein. Das Ganze klingt völlig skurril und nach tiefstem 1991, hat sich laut Mohnhaupt aber erst 2008 zugetragen. Die Geschichte mag plausibel machen sollen, wieso er sich überhaupt für den ostdeutschen Fußball interessiert, ist in meinen Augen aber ebenso überflüssig wie das Schlusskapitel, in dem Mohnhaupt in die Jahre 2024 und 2025 springt und - auch noch unter ausdrücklichem Verweis auf Nick Hornby - über seine Besuche von Spielen des 1. FC Magdeburg berichtet. Das alles hat mit dem eigentlichen Thema des Buches wenig zu tun und kann ohnehin nicht verbergen, dass Mohnhaupt auf Ostdeutsche ähnlich blickt wie der "Spiegel", für den der Journalist mitunter schreibt. Zitate von Fans werden vorzugsweise umgangssprachlich wiedergegeben ("Wenn wir jetzt nicht uffsteigen..."), diese sind häufig entweder betrunken oder übergriffig oder rechtsradikal oder alles zusammen, alles, was "fremd" ist, wird von ihnen ausnahmslos argwöhnisch bis feindlich betrachtet ("Schlitzaugen") und, wenn sie in Hochform sind, glänzen sie mit Aussagen wie "Ich will ’n deutsches Schnitzel, ’ne deutsche Bulette, ’n deutsches Gulasch!". Vereinsfunktionäre kommen nicht unbedingt besser weg. Nachdem ein Vorstand des Chemnitzer FC einen nigerianischen Spieler seines Klubs 1990 begeistert "schwarze Perle" genannt hat, urteilt Mohnhaupt streng: "Solche Ausdrücke sind damals noch üblich, spiegeln aber auch die Unerfahrenheit und womöglich Ignoranz im öffentlichen Umgang mit nicht-weißen Menschen wider." Mag ja sein. Aber anderenorts war man seinerzeit noch wesentlich ignoranter. In der Bundesliga konnte man damals einen senegalesischen Spieler ungestraft "Nigger" nennen - und trotzdem kurz darauf als Nationalspieler mit zur WM 1990 fahren und Weltmeister werden (!).
Aber genug der Galligkeit und der Nörgelei - dieses gesamte Buchprojekt, die Idee, die Umsetzung, übrigens auch das Cover, sind unter dem Strich einfach großartig. Klare Empfehlung!
Jan Mohnhaupt: "Der geteilte Rasen: Fußball in den Wendejahren 1989–1992", Verlag Die Werkstatt
Sonntag, 1. Februar 2026
Julian Nagelsmann: Leidenschaftliches Plädoyer mit Chuzpe
Gelingt das? Schauen wir es uns an.
Der Autor beschreibt erwartungsgemäß den Weg des heutigen Bundestrainers von seinen Anfängen als Jugendcoach in Augsburg, bei TSV 1860 München und in Hoffenheim über die ersten Stationen im Männerbereich (Hoffenheim, Leipzig) bis hin zum Engagement in München, der dortigen Entlassung - der erste größere Bruch in Nagelsmanns Karriere - und seiner Übernahme des DFB-Teams. Wer die bisherige Karriere von Julian Nagelsmann einigermaßen erfolgt hat, wird hier nur wenig Neues erfahren. Aber Kraft hatte ja auch in erster Linie eine Analyse versprochen. In seinen Ausführungen geht es zu einem beträchtlichen Teil um Trainingslehre, Spielformationen und Taktik - alles Themen, die mich leider so gar nicht interessieren (wofür Kraft natürlich nichts kann), aber wer in diesem Bereich Einordnung wünscht, bekommt sie in hinreichendem Maße. Und obwohl Kraft nie einen Zweifel lässt, dass er Nagelsmann mit Sympathie und Wertschätzung betrachtet, schreckt er nicht davor zurück, sein Sujet zu kritisieren, sei es beispielsweise für dessen Tendenz zum "Overthinking" in seiner letzten Hoffenheim-Saison oder seine unnötig harsche öffentliche Kritik am erst 19-jährigen Tanguy Nianzou beim FC Bayern. In erster Linie allerdings ist das Buch ein (naturgemäß vorläufiges) leidenschaftliches Plädoyer für einen modernen, hochtalentierten, sozial weit überdurchschnittlich kompetenten Trainer und gegen etliche Angriffe und Vorurteile, denen sich dieser in der Vergangenheit ausgesetzt sah. Und auch ein Plädoyer gegen die Behandlung, die Nagelsmann beim FC Bayern erfahren hat. Kraft zeichnet das Bild eines chaotisch geführten Klubs mit einer bei weitem nicht an die Qualität des heutigen Kaders heranreichenden Mannschaft und einem überforderten Vorstand, der, als Thomas Tuchel plötzlich auf dem Markt war, ohne jede Not in Aktionismus verfiel und Nagelsmann unter höchst fragwürdigen Umständen entließ. Mit Verve und ausführlicher Begründung wehrt sich Kraft gegen das Urteil, dass Nagelsmann in München gescheitert sei. Das lässt sich alles gut hören und vertreten. Ich persönlich vermisste indes an genau dieser Stelle einen weiteren Zahn, den mir der Autor im Vorwort gezogen hatte: "Boulevardthemen", so Kraft, "interessieren mich nicht. Mich interessieren Hintergründe und mich interessieren Ebenen, auf denen eine fundierte Argumentation im Vordergrund steht." Schön und gut, aber kann man die Geschichte der Entlassung Nagelsmanns beim FC Bayern erzählen, ohne den Namen Lena Wurzenberger auch nur einmal in den Mund zu nehmen? Selbst wenn Kraft meinen sollte, das eine habe mit dem anderen rein gar nichts zu tun, hätte ich zumindest das gern gelesen und erläutert bekommen. Auch um die Affäre Nagelsmann - Tapalović - Neuer schleicht Kraft meines Erachtens ein wenig zu behutsam herum. Und, ja, mich hätte schon brennend interessiert, welchen Blick Nagelsmann auf seinen FCB-Nachfolger Thomas Tuchel hat und welche Auswirkungen diese "Ich muss gehen und er übernimmt meinen Traumjob"-Konstellation auf ihr Verhältnis insgesamt hatte. Aber das wiederum sind Innenansichten - und die hatte Justin Kraft ja gerade nicht versprochen.
Unter dem Strich bleibt eine zwar aus der Ferne geschriebene, aber dennoch sehr informative erste Bilanz des noch immer sehr jungen Trainers Julian Nagelsmann.
Justin Kraft: "Julian Nagelsmann: Kopf trifft Herz", Verlag Die Werkstatt
Donnerstag, 15. Januar 2026
Von Singapur bis Vancouver: Der Welttorhüter
Für mich besteht der eigentliche Vorzug des Buches darin, dass es einen faszinierenden Einblick in den Alltag eines deutschen Fußballprofis zweiter oder gar dritter Kategorie im Ausland gewährt. Pfannenstiel erzählt freimütig, wie viel er bei verschiedenen Vereinen verdient hat, wie sein Tagesablauf aussah, wie er den Kontakt zum jeweils nächsten Verein knüpfte und so weiter. Man wird darüber streiten dürfen, ob er nicht an der einen oder anderen Stelle seiner Karriere eine falsche Weichenstellung vorgenommen und sich so eine größere Karriere selbst verbaut hat. Etwa, als er mit 20 Jahren ein Angebot der Amateurmannschaft des FC Bayern München ausschlug oder als er 2007 aus einem offenbar lukrativen Vertrag bei den Vancouver Whitecaps ausstieg, nur um durch ein Engagement bei einem recht armseligen brasilianischen Verein den Status als "Welttorhüter" zu erringen. Aber auch über diese Entscheidungen spricht er offen und durchaus nachdenklich. Es mag ein wenig nerven, wenn er ausgiebig (und stolz) über seine "Scherze" berichtet, mit denen er diverse Teamkollegen überzog, von mit Butter eingeschmierten Fußballschuhen bis hin zu einem mit Rasierschaum verzierten Hotelbett oder einem an den Hals des Kollegen gedrückten heißen Teelöffel (um einen "Knutschfleck" zu imitieren). Aber wer das übergehen kann, bekommt einen erstklassigen Einblick in den Alltag eines Profis in den kleineren, unbedeutenderen Ligen der Welt.
Fazit: Eine absolut lohnende Lektüre für alle, deren Interesse dem Alltag deutscher Profis im Ausland gilt.
Montag, 12. Januar 2026
Atmosphärisches Mosaik: Ein Blick auf die DDR-Oberliga
Frank Willmann: "Fußball-Land DDR: Anstoß, Abpfiff, Aus", Eulenspiegel-Verlag
Montag, 5. Januar 2026
Wunderbar zu lesen: Der FC Bayern im Zeitraffer
(KL) Auch heute greifen wir mal wieder zu einem schon etwas älteren Buch, das jedoch nichts von seinem Esprit und seiner Kurzweiligkeit verloren hat. Der frühere "Spiegel"-Autor Thomas Hüetlin zeigt in "Gute Freunde: Die wahre Geschichte des FC Bayern" höchst eindrucksvoll, wie spannend die Geschichte eines Vereins erzählt werden kann, über den bereits unendlich viel geschrieben wurde. Gestützt auf gründliche Recherchen und intime Einblicke zeichnet der Autor die Entwicklung des FC Bayern anhand des komplizierten Beziehungsgeflechts seiner Hauptprotagonisten nach. Zu den größten Vorzügen des Buches gehört dabei Hüetlins Schreibstil. Auf lockerleichte Weise jongliert er mit Worten und Wortspielen, und mehr als einmal habe ich beim Lesen laut lachen müssen.
Hüetlin beginnt mit Tschik Cajkovski und dem mühsamen Beginn Anfang der 60er Jahre, wobei er schildert, wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller ihren Weg zum FC Bayern fanden, widmet sich dann den beiden "Kronprinzen" Uli Hoeneß und Paul Breitner und den Erfolgen in den 70er Jahren bis hin zum beginnenden Niedergang und dem 1979er Putsch der Mannschaft gegen Präsident Wilhelm Neudecker, der Max Merkel installieren wollte. Dann folgen die 80er Jahre mit Kalle Rummenigges Aufstieg, dem Bruch der Freundschaft zwischen Hoeneß und Breitner, Udo Latteks Comeback, dem packenden Meisterschaftsduell mit Werder Bremen 1985/86, den verlorenen Europapokalendspielen gegen Aston Villa und den FC Porto und der Ablösung Latteks durch Jupp Heynckes. Im letzten Teil des Buches geht es, allerdings schon deutlich geraffter, um die 1990er und 2000er Jahre mit den missglückten Trainer-Versuchen Lerby, Ribbeck und Rehhagel, der Rückkehr von Beckenbauer und Rummenigge und schließlich der Ära Hitzfeld, wobei hier insbesondere die in buchstäblich letzter Sekunde gewonnene Meisterschaft 2001, die 1999er Tragödie von Barcelona und der Gewinn der Champions League 2001 beleuchtet werden. Ergänzt werden diese Ausführungen um ein paar sehr schöne und durchaus seltene Fotos.
Was gibt es zu kritisieren an diesem überaus lesenswerten Buch? Da wäre zum einen der missglückte Epilog, der etwas uninspiriert wirkt und etliche Wiederholungen enthält. Ferner springt Hüetlin auf das eine oder andere Klischee oder wiederholt sattsam bekannte und ausgewalzte Dinge wie Beckenbauers einsamen Rasenspaziergang nach dem 1990er WM-Finale oder Mehmets Scholls "Witz" von den Grünen, die man hängen sollte, solange es noch Bäume gibt. Mitunter springt der Autor auch zeitlich ein wenig hin und her, ohne dass dafür Gründe ersichtlich sind (so wird im Kapitel über die 1990er ohne Not noch einmal die Geschichte erzählt, wie Beckenbauer 1984 DFB-Teamchef wurde, oder im Kapitel über die 1980er nach dem Abschnitt über Kutzops verschossenen Elfmeter im April 1986 und der kurzen Behandlung des Themas "Ablösesummen" noch einmal die Geschichte vom "Turban-Dieter" Hoeneß und dem Pokalfinale gegen Nürnberg 1982 aufgewärmt). Am meisten aber irritierte mich, dass etliche Spieler im Buch überhaupt nicht vorkommen. Der Autor bedankt sich unter "Danksagung" zwar ausdrücklich bei Manni Schwabl, im Text findet der ehemalige Mittelfeldspieler allerdings kein einziges Mal Erwähnung. Kann man die Geschichte der 1980er Jahre des FC Bayern erzählen, ohne Hans Dorfner, Manni Schwabl, Michael Rummenigge oder Jürgen Wegmann auch nur einmal anzusprechen? Muss nicht der Umstand, dass die Torwartlegende Toni Schumacher auf seine alten Tage noch einmal das Trikot des FC Bayern überstreifte, Erwähnung finden? Aber das sind letztlich kleine Nörgeleien, die die Qualität des Buches nicht ernsthaft beeinträchtigen.
Fazit: Dieses heute im Antiquariat für kleines Geld erhältliche Werk gehört ins Bücherregal eines jeden Bayern-Fans, ist aber auch für jene eine wunderbare Lektüre, die sich über die Bundesliga oder das Geschäft "Profifußball" informieren wollen.
Montag, 8. Dezember 2025
Tapie vs. Bez: Sex, Geld, Lügen und Video
Sonntag, 7. Dezember 2025
Die Canellas-Tapes: Fundament einer Aufarbeitung
Zweifellos: Das Material ist beeindruckend. Was Horst-Gregorio Canellas damals heimlich auf Band festhielt – Gespräche über Schmiergelder, Spielabsprachen, konspirative Treffen – gehört zu den wunderbarsten Zeitdokumenten, die der deutsche Fußball je hervorgebracht hat. Dass diese Mitschnitte einmal vollständig, sauber editiert und lesbar publiziert werden, ist ein echter Gewinn für jeden, der sich mit der Aufarbeitung des Bundesligaskandals oder auch nur der Bundesliga ganz allgemein beschäftigt. Das Buch führt durch Canellas' knapp 60 Gespräche mit Spielern, Funktionären und später auch Journalisten in weitgehender protokollarischer Nüchternheit, die genau die beabsichtigte Wirkung entfaltet: Da wird nichts weichgezeichnet, nichts geglättet – man hört die Stimmen zwar nicht, aber man spürt das Knistern und wachsende Donnergrollen, spürt, wie das Ganze nach und nach zu einem Alptraum für alle Beteiligten wird. Aber genau dort liegt auch das Problem. Denn Lampert beschränkt sich weitgehend darauf, die historischen Dokumente aneinanderzureihen. Die Einordnung bleibt sparsam. Manchmal hätte man sich gewünscht, der Autor würde nicht nur die Quelle zur Verfügung stellen, sondern auch kurz erklären, warum sie ausgerechnet an dieser oder jenen Stelle so explosiv ist. Insbesondere Leser, die den Skandal nicht näher kennen, hätten vermutlich ein bisschen mehr roten Faden vertragen: Wer war eigentlich dieser eine Spieler, der zwielichtig argumentiert? Welche Rolle spielte jener Verein im größeren Gefüge der Liga? Warum war genau dieses Telefonat ein Mosaikstein – und jenes der Zündfunke? Die Informationen sind alle da, aber sie stehen wie Fußballschuhe ungeordnet im Kabinengang: Man findet alles, aber nicht immer sofort und intuitiv. Und: Die Mitschnitte besitzen zwar eine ungeheure historische Wucht. Aber das Buch verzichtet darauf, sie mit Kontextstellen aus Presse, DFB-Protokollen oder Gerichtsakten zu spiegeln. Es bleibt bei den titelgebenden Bändern Canellas'. Hier wäre mehr ausnahmsweise einmal mehr gewesen.
Positiv sticht das abschließende Interview mit Canellas heraus, weil es andeutet, was das Buch zusätzlich alles noch hätte sein und werden können: Ein bisschen Analyse, ein wenig Rückschau, ein paar Sätze, in denen der Mann hinter den Bändern sichtbar wird. Dieses Kapitel ist atmosphärischer, dichter, persönlicher – genau davon hätte ich mir mehr gewünscht. Aber auch beschränkt auf die Bänder ist das Buch ungeheuer wichtig. Es ist das unverzichtbare Fundament einer historischen Aufarbeitung des Bundesligaskandals. Wer sich ernsthaft mit 1970/71 beschäftigt, wird an diesem Band nicht vorbeikommen. Für Forscher, Journalisten, Nerds und Liebhaber der Fußballgeschichte ist es insoweit ein Glücksfall. Nur eines darf man eben nicht erwarten - ein Enthüllungsbuch im eigentlichen Sinne. Lamperts Werk ist eine Art Schaukasten, ein faszinierendes, manchmal etwas trockenes und an anderer Stelle wiederum Gänsehaut verursachendes unverzichtbares Archiv. Ich freue mich sehr, dass es existiert.
Samstag, 29. November 2025
Grandios: Michael Harforth im "11Freunde"-Interview
Samstag, 15. November 2025
Basler, Babbel und das Leben: Nicht nur Kalendersprüche
Und das, obwohl sich meine Befürchtungen durchaus bestätigten. Das Buch ist durchzogen von Sätzen, die man auch auf Tassen oder vor einem Yogastudio erwarten würde. „Wenn du die richtigen Schlüsse aus deinen vermeintlich besten Jahren ziehst, werden die Jahre danach noch besser“ – das klingt nach jener Kategorie Lebenshilfe, die man besser überblättert. Oder: „Sprich mehr darüber, was du morgen tun willst, als über das, was du gestern getan hast.“ Ein Satz, der gleichzeitig wahr, banal und vollkommen austauschbar ist. Aber - und das führt uns zu den guten Nachrichten: Es bleibt nicht dabei.
Denn zwischen all den Allgemeinplätzen stehen Geschichten, die tatsächlich etwas erzählen. Etwa Mario Baslers Erinnerung an seine Zeit in Katar. Der Ex-Profi beschreibt dort sehr offen, wie er in einer völlig anderen Kultur landete, wie er den Fußball, die Hitze, die Regeln und das gesamte Umfeld gründlich unterschätzt hatte. Es ist eine Mischung aus staunender Selbstüberschätzung und rückblickender Klarheit, die die Szene überraschend gut trägt. Auch Babbel hat seine starken Momente, etwa wenn er von der Leere nach dem Karriereende spricht. Die Passagen über seine Heimkehr nach Deutschland, über Trainerwechsel, Verletzungen und Selbstzweifel sind viel näher an der Tiefe seines Solo-Buchs als an der Esoterik der Motivationsliteratur. Und weil Babbel präziser formuliert als Basler, wirkt dieser Teil oft wie der ruhigere, glaubwürdigere Gegenpol zum lauten Mario.
Spannend ist auch die Dynamik zwischen beiden. Da sitzen der lässige Instinktspieler und der ernsthafte "Abwehr ist mein Beruf"-Profi nebeneinander und reflektieren ein Leben, das sich nach dem Höhepunkt neu sortieren muss. Dabei gelingt dem Buch immer wieder, was man nicht unbedingt erwarten würde: Es zeigt zwei Männer, die ihre Karrieren nicht verklären, sondern tatsächlich bereit sind, über Schwächen zu sprechen. Natürlich, vieles bleibt vorhersehbar: die großen Themen Selbstfindung, Zukunftsorientierung, der obligatorische Appell, die „beste Zeit“ im Jetzt zu sehen. Und ja, es hätte dem Text gutgetan, die Klischees stärker zu reduzieren und die wirklich spannenden Episoden weiter auszubauen. Aber unterm Strich ist "Das Leben nach den besten Jahren" dann doch weitaus besser, als es der Titel und die ersten Kapitel vermuten lassen. Wer Basler nur als Sprücheklopfer und Babbel als analytischen Ex-Profi kennt, erkennt beide hier wieder – aber mehrdimensionaler, verletzlicher und überraschend offen. Ein lesenswertes Buch!
Mario Basler und Markus Babbel: "Das Leben nach den besten Jahren", edition a
Freitag, 24. Oktober 2025
Wilde Achterbahn-Fahrt mit Thomas Schaaf
Doch mit einem Mal geht es auf der Achterbahn wieder steil bergauf: Denn nun kommen die Jahre Schaafs als Nachwuchs- und Cheftrainer, und es ist, als hätte man einen Schalter umgelegt. Plötzlich geht wieder alles: Einblicke, Analysen, Atmosphäre vom Feinsten. Schaafs Erinnerungen bringen - jedenfalls für mich - die erste differenzierende Betrachtung der Amtszeit von Aad de Mos in Bremen und dazu herrliche Anekdoten, etwa wenn de Moos am Montag zum Familienvater Schaaf meint: "Pass auf, du musst am Donnerstag zu einer Spielerbeobachtung nach Brasilien fliegen." Es gibt hochspannende Schilderungen, wie Schaafs Samstag nach einem Spiel (zumal nach einem verlorenen) und der anschließende Sonntag aussehen. Wir kehren zurück in eine Zeit, in der Jounalisten den Bremer Chefcoach unter seiner Privatnummer anriefen, öfter mal seine Frau dran war ("Der Thomas saugt gerade sein Auto aus. Er ruft Sie zurück.") und Schaafs Äußerungen später ohne jegliche Autorisierung in Druck gingen. Heute ist so etwas undenkbar. Wir erfahren, wie Schaafs Spieler Torsten Frings ob eines vermeintlich perfekten Transfers nach Italien schon einen Mietvertrag für ein Haus in Turin unterschrieb, um dann doch nicht zu wechseln, und wie die Medien nach Schaafs Ende in Bremen dem Coach eine Flucht in sein "Ferienhaus in Salzburg" unterstellten, obwohl es ein solches Domizil nie gab. Auch Schaafs eher unglückliche Auswärtsspiele, die beiden Trainerstationen in Frankfurt und Hannover, werden zwar kurz, aber in meinen Augen hervorragend beschrieben.
Am Ende dieser Achterbahnfahrt war ich vollumfänglich versöhnt und hochzufrieden mit einer Biographie, die meine Sammlung von Büchern über Werder Bremen und seine Protagonisten (Rehhagel, Lemke, Fischer, Ailton, Borowka, Legat, Klose) wahrhaft bereichert. Klare Kaufempfehlung!
Daniel Cottäus: "Thomas Schaaf: Die Biographie", Verlag Die Werkstatt
Mittwoch, 8. Oktober 2025
Das "fuma": Eine kostbare Perle der Fußballromantik
Zu den besonderen Highlights eines jeden Hefts gehörten für mich stets die auf fast schon rührende Weise bemühten Fotos und Überschriften. So saß Souleymane Sane (der Vater von Leroy und der weitaus interessantere der Sanes) im Dezember-Heft 1987 vor einem riesigen Stück Torte mit Sahne - und unter der Überschrift: "...aber bitte mit Sa(h)ne". Ex-Bayer und Neu-Hamburger Armin Eck wurde im September 1989 als "Ein Eck ohne Ecken" vorgestellt, "Kobra" Wegmann warnte im gleichen Heft "Hütet Euch vor meinem Biß!" und ein Bericht über einen eskalierten Streit zwischen Thomas von Heesen und seinem Berater Holger Klemme erhielt die Schlagzeile "Als Thommy in der Klemme steckte". Gerade die Homestories des "fuma" machen in der Rückschau auch eines sehr schön deutlich: Die Kicker in den 1980er Jahren waren ungeachtet der schon damals verbreiteten Kritik an ihren vermeintlich zu hohen Gehältern von der heutigen Entrücktheit etlicher Profis, von Goldsteaks und Wochenendtrips zur Pariser Fashion Week so weit entfernt wie vom Mond. Beispiel gefällig?
"Wenn wir die 100.000 überschritten haben,
haben wir gefeiert!"
Interview mit dem langjährigen "fuma"-Redakteur Harald Kaiser
Harald Kaiser war ab 1980 knapp vierzig Jahre als Redakteur für den "kicker" tätig – mit einem mehrjährigen Abstecher zum "fußball-magazin". Heute arbeitet er als Autor und freier Schriftsteller und hat unter anderem die 2023 im Verlag Die Werkstatt erschienene Felix-Magath-Biographie "Gegensätzliches" sowie zuletzt ein Buch über die ewige Rivalität zwischen dem 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth ("Das fränkische Lokalderby", ars vivendi Verlag) verfasst. Das Fußballbücher-Magazin sprach mit ihm über seine Zeit beim "fuma".
Herr Kaiser, Sie haben die Hochphase des "fußball-magazin" in der zweiten Hälfte der 80er Jahre in verantwortlicher Position miterlebt und mitgestaltet. Wie war die Arbeit organisiert?
Solange das "fußball-magazin" in einem zweimonatlichen Turnus erschien, war Wolfgang Rothenburger der alleinige Redakteur des Heftes. Die Beiträge stammten von ihm, von "kicker"-Redakteuren oder freien Mitarbeitern. Nach der Umstellung auf eine monatliche Arbeitsweise war der Arbeitsaufwand von einem Redakteur allein nicht mehr zu bewältigen. Der Verlag stellte Wolfgang Rothenburger – nacheinander – zunächst zwei externe Kollegen zur Seite, mit denen er sich aber nicht so gut verstand. Schließlich wurde ich gefragt, ob ich die Aufgabe übernehmen möchte.
Mussten Sie lange über das Angebot nachdenken?
Ja, es war durchaus eine schwere Entscheidung für mich. Als Redakteur hatte ich beim "kicker" seinerzeit den FC Bayern München betreut. Im deutschen Fußball gab es damals und gibt es auch heute keine größere Aufgabe für einen Journalisten. Der Verlag ist mir aber in den Verhandlungen sehr entgegengekommen. Ich durfte Woche für Woche ein Bundesligaspiel meiner Wahl im süddeutschen Raum besuchen, ich durfte zu sämtlichen Länderspielen in Deutschland fahren und auch zu sämtlichen großen Turnieren wie Europa- und Weltmeisterschaften. Ab 1. Juli 1986 habe ich parallel für "kicker" und "fußball-magazin" gearbeitet, ab 1988 dann ausschließlich für das "fußball-magazin", auch wenn ich noch gelegentlich Interviews für den "kicker" gemacht habe.
Wie eng waren die Redaktionen von "kicker" und "fußball-magazin" in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht verbunden?
Beim "fußball-magazin" gab es, wie gesagt, Wolfgang Rothenburger als Chef und mich als Redakteur, später kam dann noch ein weiterer Redakteur hinzu. Wir waren bei der Themenfindung völlig autark und im Haus auch räumlich von den Redakteuren des "kicker" getrennt. Aber natürlich gab es ganz normale kollegiale Kontakte zu den anderen Mitarbeitern. Wir sind auch samstags oft gemeinsam zu den Spielen gefahren.
Ich habe beim Lesen älterer Ausgaben mitunter den Eindruck, dass ein Spieler, der beispielsweise im "kicker" in einem größeren Artikel vorkam, wenig später gern auch im "fußball-magazin" Gegenstand eines Beitrages war. Gab es eine solche Art von gezielter "Nachnutzung"?
Nein, ich kann insbesondere ausschließen, dass ein Termin doppelt ausgeschlachtet wurde. Aber wie gesagt haben etliche "kicker"-Redakteure Artikel für das Magazin verfasst – und natürlich haben sie dafür ihre bereits bestehenden Kontakte genutzt.
Charakteristisch für das "fußball-magazin" war der stets väterlich-wohlwollende und positive Blick auf einzelne Spieler und die Vorstellung des Menschen hinter dem Fußballer. Um so mehr ist mir ein eher galliger Artikel des späteren "Sport-Bild"-Redakteurs Ulrich Kühne-Hellmessen über den 1986 geflüchteten Dresdner Stürmer Frank Lippmann im Gedächtnis geblieben. Dieser habe offenbar "keine Lust zum Sichquälen, keinen Willen zum Engagement", ihm sei "der gelbe Krankenschein lieber als die blauen Flecken am Bein". Nach seiner Flucht in den Westen habe er sich vor allem mit Luxusartikeln und Statussymbolen eingedeckt. Wurde seinerzeit in der Redaktion über derartige Ausreißer diskutiert?
Ich habe mir den Artikel noch einmal angesehen und muss Ihnen, was Ihre Einschätzung angeht, durchaus recht geben. Allerdings kann mich an kein Gespräch mit dem Uli Kühne-Hellmessen über diesen Beitrag erinnern oder daran, dass das bei uns irgendwie ein Thema war. Frank Lippmann hat ja später gesagt, dass seine Karriere nach seiner schweren Verletzung im Grunde vorbei war. Vielleicht hat Uli das damals im Gespräch schon irgendwie gespürt und ja letztlich recht behalten.
Sie haben fast 40 Jahre beim "kicker" beziehungsweise zwischendurch für das "fußball-magazin" gearbeitet und in dieser Zeit etliche Weggefährten gehabt, die in gleicher Weise wie Sie feste Größen des deutschen Fußballjournalismus sind oder waren: Frank Lußem, Carlo Wild, der bereits erwähnte Ulrich Kühne-Hellmessen…
Frank Lußem und ich haben 1980 gemeinsam beim "kicker" begonnen – wir waren damals die ersten Volontäre, die der Verlag eingestellt hat. Er hat dann in der West-Redaktion, die damals in Remscheid angesiedelt war, gearbeitet. Natürlich haben wir uns dann jenseits der zweimal jährlich stattfindenden Ranglistenkonferenzen des "kicker", wenn alle Redakteure für zwei Tage nach Nürnberg kamen, nicht mehr so oft gesehen. Aber zum Beispiel waren wir zusammen beim für den Ausgang der Meisterschaft entscheidenden Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern im Mai 1989 (1:3). Carlo Wild hingegen hat in der Nürnberger Redaktion gearbeitet, er ist ein guter Freund von mir, auch heute noch. Mit dem Uli Kühne-Hellmessen habe ich mich damals ebenfalls sehr gut verstanden, aber wie das immer ist im Berufsleben: Wenn einer weiterzieht, verliert man sich ein Stück weit aus den Augen. Wir haben uns aber auch, als er zur "Sport-Bild" gewechselt ist, noch ab und zu gesehen, bei den großen Turnieren, bei der EM 1988 zum Beispiel oder der WM 1990.
Für mich als Leser waren die Stories über deutsche Legionäre – Schuster in Barcelona, Förster in Marseille, Klinsmann in Mailand – immer die Highlights eines Hefts. Waren die jeweiligen Auslandsdienstreisen entsprechend begehrte Aufgaben innerhalb der Redaktion mit einem Erstzugriffsrecht der Chefs?
Nein, überhaupt nicht. Das hat sich ganz klar danach gerichtet, wer zu dem ins Ausland gewechselten Spieler früher in der Bundesliga den besten Kontakt hatte. So habe ich beispielsweise Artikel über Lothar Matthäus und Andreas Brehme in Mailand gemacht, da ich sie aus ihrer Münchner Zeit kannte. Aber es macht ja gar keinen Sinn, wenn ich zum Bernd Schuster nach Barcelona fliege, obwohl ich den überhaupt nicht kenne und gar keinen Draht zu ihm habe. Und Wolfgang Rothenburger als Chef hat sich ganz sicher nicht um Auslandsdienstreisen gerissen. Er stand damals ja auch schon kurz vor der Pensionierung.
Wie intensiv haben Sie als Redakteur damals die Auflagenentwicklung des "fußball-magazin" verfolgt?
Sehr intensiv, das war ja das mit das Interessanteste. Wir haben natürlich immer geschaut, wie die Verkäufe waren. Wenn wir die 100.000-Marke mal überschritten haben, was durchaus einige Male vorkam, dann haben wir gefeiert. Es gab bestimmt drei bis vier Ausgaben pro Jahr, bei denen wir im sechsstelligen Bereich landeten. Heute sind solche Zahlen utopisch.
Weshalb wurde der Erscheinungsturnus des "fußball-magazin" ab 1991 sukzessive vergrößert, bis es schließlich 1996 ganz eingestellt wurde?
Das hatte mit der Auflage nichts zu tun, sondern allein mit den Anzeigenverkäufen. Die Leute, die die Anzeigen für das "fußball-magazin" verkauft haben, haben dies auch für den "kicker" getan. Da sie teilweise auf Provisionsbasis gearbeitet haben, war es für sie natürlich attraktiver, Anzeigen für den auflagenstärkeren "kicker" zu verkaufen. Sie haben dann oft erst am Ende eines Gesprächs erwähnt, dass es da auch noch ein monatlich erscheinendes Heft gibt. Dass wir nie jemanden hatten, der exklusiv nur für unser Heft Anzeigen verkauft hat, war in meinen Augen der größte Fehler. Ich selbst bin 1993 zurück zum "kicker" gegangen.
Einige Jahre zuvor, im Frühjahr 1989, war mit "Sport-Bild" ein Konkurrenzblatt lanciert worden. Wie war Ihr Blick auf die "Sport-Bild"?
Ulrich Kühne-Hellmessen, über den wir hier ja schon gesprochen haben, ist damals zur "Sport-Bild" gewechselt. Ich hatte seinerzeit auch ein Angebot und hätte dort weitaus mehr verdienen können, habe mich aber dafür entschieden, beim "kicker" zu bleiben. Natürlich war die "Sport-Bild" mittwochs damals für uns Pflichtlektüre. Und sicher haben wir uns manchmal bei dem Gedanken ertappt: "Diese Geschichte hätten wir eigentlich auch haben können." Weitaus öfter aber war mein Gedanke: "Gut, dass ich da nicht arbeite."
Und wie war es bei dem Magazin "11Freunde", das reichlich zehn Jahre später auf den Markt kam?
Als Monatszeitschrift bewegte sich "11Freunde" ja in einer ganz anderen Sphäre als der "kicker". Anders als bei "Sport-Bild" dachte ich damals öfters: "Super gemacht!" Aber das Heft war in keiner Weise eine Konkurrenz zum "kicker".
Herr Kaiser, herzlichen Dank für das Gespräch!
(Das Interview führte Tim Bender.)













